Ein deutscher Brauch wird heimisch in Burgund

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Die Erstklässler vonLucenay staunen auch in diesem Jahr über Schultüten aus Waldesch

Lucenay-lès-Aix: 04. Oktober 2012
Eine Reportage von Christine Vaissiere (Lucenay-lès-Aix)

Am 4. Oktober 2012 war in Lucenay les Aix etwas Erstaunliches los! Genauer geschrieben in der Grundschule in Lucenay les Aix noch genauer geschrieben in der Cours Préparatoire von Lucenay les Aix, was der 1. Klasse in Deutschland entspricht.

Die siebzehn Erstklässler haben vor Überraschung und Verständnislosigkeit die Augen weit aufgerissen, als sie den Besuch von ein paar Mitgliedern des Freundschaftskreises Lucenay – Waldesch bekommen haben, welche riesige komische Tüten in den Armen hielten!  Kein Wort war im Klassenzimmer zu hören! Aber viel in den Gesichtern zu lesen!

„ Was ist denn das?“            Was mag da wohl drinnen sein?    Für wen wird das sein?       

So viele Fragen, auf welche bald eine Antwort kommen sollte. ! Nach einer kleinen Ansprache von Christine Blond, der Vorsitzenden des Freundschaftskreises, durften die Kinder endlich diese geheimnisvollen Gegenstände anfassen.

Den deutschen Brauch der Schultüten hat dann Frau Ludivine Guipon, die Grundschullehrerin der Erstklässler, den Schülern genauer erklärt. Da Frau Guipon Deutsch als erste Fremdsprache im 20. Jahrhundert (wie sie es selbst gesteht!) in der Schule gelernt hat, wusste sie schon von dieser Tradition!

Da waren  die französischen Schüler sehr neidisch auf ihre deutschen Kollegen. „ Was für ein Glück haben sie?  „Warum existiert nicht so was bei uns?“  “ Ich werde nach Deutschland umziehen!“

„ Tolle Tradition dort!“ Solche Ausrufe kamen wie aus der Pistole geschossen und waren überall im  Klassenzimmer zu hören. Und wie groß war die Freude, als  bekannt wurd

e, dass die Schultüten ein Geschenk der Gemei

nde Waldesch für die Schüler in Lucenay waren. Da waren nur noch Freudenschreie zu hören! Und nachdem die Kinder die Schultüten geöffnet hatten, hörte man nur

„ Oh ! , Ah !,    Toll!,  Super!,  Klasse!,  Guck mal!

(Über diese deutsche Tradition wurde dann auch noch am nächsten Tag zwischen Schülern und Lehrerin wieder diskutiert. Frau Guipon wollte sich vergewissern, dass alle Kinder alles gut verstanden hatten! Und es war der Fall!)

Bevor sich die Mitglieder des Freundschaftskreises  verabschiedeten, wurde noch eine Kleinigkeit zusammen gegessen! Dieser Tag war für die Kinder reich an Überraschung (es gibt nämlich in Frankreich überhaupt keine Bräuche zur Einschulung .... leider ... ) und an Freude. So haben sie etwas über ein benachbartes und befreundetes Land gelernt und sich die Freundschaft zwischen Lucenay und Waldesch sehr wohl gemerkt!    (Die Schultüten waren bereits im Frühsommer beim alljährlichen Partnerschaftbesuch in Lucenay überreicht worden.)